Mit einer Fachtagung unter dem Titel 'Frauen und Frauenbilder in rechtsextremen Organisationen' griffen der DGB und die DGB Jugend Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem DGB Bundesvorstand den Rahmen der frauenpolitischen Initiative des DGB - Rollenbilder und Geschlechterstereotype - auf und verbanden diesen mit einem hochaktuellen Thema: dem wachsenden Anteil (junger) Frauen in der organisierten Rechten und der rechten bzw. rechtsextremen Szene.
Eingangs gab das 'Generationenkomplott' aus Köln mit einer Rundfunkrevue einen Einstieg und viele Denkanstöße. Es ging um prominente Frauen und um das Leben 'normaler' Frauen im Nationalsozialismus. Annelie Buntenbach machte dann den Auftakt und focussierte in ihrem Statement die Blickwinkel und Fragestellungen des Problems. Zwei Vorträge spannten dann den Bogen vom 3. Reich bis in die Gegenwart. Welche Rolle hatten Frauen im Nationalsozialismus, welche gesellschaftlichen Bereiche besetzten sie und wie sah ihr politisches Engagement aus? Dies und die Frage nach Rollenbildern und gesellschaftlichen Geschlechterkonstruktionen umriss Nicole Kramer von der Ludwig-Maximilian-Universität München. Dr. Esther Lehnert vom Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus umriss in ihrem Vortrag die aktuelle Lage und arbeitet heraus, in welchen Strukturen und Angeboten sich Frauen und junge Frauen heute wiederfinden und wie stark die Szene diesbezüglich auch in Bewegung gekommen ist. Sie widerlegte gängige Klischees - zum Beispiel dieses, dass Mädchen und Frauen über ihre Partner in die Szene kommen - und betonte die Notwendigkeit, sich gegen das, oft auch mit Absicht vermittelte Bild der 'eher harmlosen Frauen' zur Wehr zu setzen und den rassistischen und demokratiefeindlichen Inhalten entgegenzutreten.
Eine ausführliche Dokumentation der Fachtagung wird gegenwärtig erstellt und voraussichtlich im Januar 2009 publiziert. Diese finden Sie dann auch hier auf der Seite. Schauen Sie solange mal auf der Bildergalerie vorbei.