Gender-Index Deutschland - eine Landkarte der Gleichstellung

Wer das Ziel der Gleichstellung von Männern und Frauen erreichen will, benötigt regionale Informationen, um die Lage der Geschlechter beurteilen zu können. Die Hans-Böckler-Stiftung und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung haben gemeinsam einen Gender-Index für Deutschland entwickelt, der die regionalen Lebensverhältnisse von Frauen und Männern anhand ausgewiesener Indikatoren beschreibt. Unter dem Titel „Gender-Index - eine Landkarte der Gleichstellung für Deutschland“ präsentierten die Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung unter der Schirmherrschaft von Frau Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, diesen heute den Räumen der Schwedischen Botschaft in Berlin.

Wirksame Strategien und Maßnahmen für die Gleichstellung der Geschlechter setzen gute Kenntnisse über die Situation der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und Männern voraus. Eine nach Geschlecht differenzierte Datenbasis bildet für alle Politikbereiche und auf allen Ebenen eine zentrale Voraussetzung für gezieltes und praxisbezogenes Handeln. Diese Informationsbasis war bisher oft nur lückenhaft verfügbar und nicht öffentlich zugänglich, insbesondere für die politischen Ebenen der Landkreise und Kommunen.

 

Zu erreichen ist der Gender-Index über die Plattform:  www.gender-index.de

 

Wofür kann der Gender-Index genutzt werden:

•  Der Gender-Index trägt zur Transparenz der gleichstellungspolitischen Aktivitäten der kommunalen Politik bei.
•  Der Gender-Index gibt die erforderliche Datenbasis für Planung von gleichstellungspolitischen Maßnahmen.
•  Durch den möglichen regionalen Vergleich über den Stand der Gleichstellung kann der Gender-Index als    Instrument für den effektiven Mitteleinsatz der EU-Strukturfonds dienen.
•  Da Standortanalysen für Investoren eine grundlegende Voraussetzung sind, kann der Gender-Index Standortvorteile aufdecken und zum Beispiel Auskunft über die verfügbaren Potenziale der Arbeitskräfte einer Region oder Betreuungsinfrastrukturen geben.


Der Index ermöglicht eine Einschätzung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen anhand ausgewiesener Indikatoren. Er stellt geschlechtspezifische Daten auf regionaler Ebene zur Verfügung und erweitert damit das Wissen über die Situation und die Defizite in der regionsbezogenen Gleichstellungspolitik. Die Perspektiverweiterung durch den Gender-Index ermöglicht ein an den Realitäten der Region orientiertes Handeln in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Arbeits- und Beschäftigungspolitik und der regionalen Strukturpolitik. Somit ist der Gender-Index als Landkarte oder Lagebeschreibung zur Gleichstellung von Frauen und Männern zu verstehen, der einen Vergleich der Regionen ermöglicht. Bei der Umsetzung wurde sich am schwedischen Jäm-Index orientiert, da es etwas Vergleichbares in Deutschland bisher nicht gab.

Der Bereich Gleichstellungs- und Frauenpolitik des DGB und die Autorin der Machbarkeisstudie haben den Prozess zum Gender-Index aktiv begleitet und werden die Anwendung des Index auch weiterhin politisch begleiten. 

Literatur zum Thema:  „Gender-Index - eine Landkarte für Deutschland“, Machbarkeitsstudie von Gerhard Engelbrech und Mechthild Kopel. Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2007, Reihe: Arbeitspapier, Nr. 136.

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