Auch zum zweiten Equal Pay Day fanden an vielen Orten in der Bundesrepublik phantasievolle Aktionen statt, um öffentlichkeitswirksam auf die bestehende Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen. Impressionen Das Lohngefälle beträgt hierzulande aktuell 23 Prozent, in Führungs- ebenen sind es mehr als 30 Prozent. Und der Gap wird größer. Damit stellt Deutschland zusammen mit Zypern und Estland trauriges Schlusslicht in Europa dar.
Der Equal Pay Day - der Tag für gleiche Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit - wird von einem breiten Aktionsbündnis getragen, in dem der Deutsche Frauenrat (und darüber auch der DGB), die BDA, der Verband der Unternehmerinnen und die Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunaler Gleichstellungsbeauftragter vertreten sind.
Das Datum des Tages war so gewählt, dass es die Entgeltdifferenz aus dem Jahr 2008 (22%) symbolisierte. Frauen hätten also über das Jahresende hinaus bis zum 20. März arbeiten müssen, um auf ein Jahresgehalt ihrer Kollegen zu kommen.
Das Aktionsbündnis wollte und will weiterhin:
• die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und
Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen
• alle AkteurInnen sensibilisieren und mobilisieren
• die unterschiedlichen Karrierechancen in den einzelnen Berufen und
Branchen darstellen und Wege zur Überwindung der Unterschiede aufzeigen
• sich für einen zügigen Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland einsetzen
• die unterschiedlichen Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen
darstellen und Wege aufzeigen, die zur Erreichung einer Entgeltgleichheit
zwischen Frauen und Männern beitragen können
Eine ausführliche Dokumentation des zweiten Equal Pay Day steht hier im Download zur Verfügung.
Im Europäischen Jahr der Chancengleichheit (2007) wurde von den „Business and Professional Women Germany“ (BPW) die „Initiative Rote Tasche“ ins Leben gerufen. Als prägnantes Aktionssymbol verdeutlichen die roten Taschen, dass erwerbstätige Frauen - auch bei gleichem Jobprofil und gleicher Position - sprichwörtlich weniger „in der Tasche“ haben als ihre männlichen Kollegen. In diesem Jahr sind besagte Handtaschen zu einer Art Symbol für den Equal Pay Day avanciert. Die Forderung des Aktionstages nach gleichem Geld für gleiche und gleichwertige Arbeit verdeutlichten die Teilnehmenden jedoch nicht nur mit ihnen, sondern auch anderen roten Accessoires wie Basecaps, Luftballons, ... Auch die Plakate der gleichstellungspolitischen Initiative 'Ich bin mehr wert!' des DGB waren zu sehen.
Es fand außerdem ein Equal Pay Day Kongress statt, namentlich "Fair p(l)ay - neue Spielregeln für die Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt der Zukunft."
Auf dem Kongress wurden u. a. geschlechtsspezifische Diskriminierungsfallen wie Kriterien zur Arbeitsbewertung thematisiert, die immer noch zu Ungunsten von Frauen ausfallen, in dem beispielsweise körperliche Kraft höher bewertet wird als Feinmotorik. Dazu kommt, dass in den Bereichen, wo Frauen stark vertreten sind, vieles vage formuliert ist. Hier führt der Weg über neue, klar formulierte Richtlinien und Kataloge, von denen Männer und Frauen gleichermaßen profitieren.
Als Ergebnis des Kongresses wurde von den Teilnehmenden eine Charta unterzeichnet, um nachhaltig und vor allem über den Aktionstag hinaus an dem Thema zu arbeiten.
Weitere Ansprechpartnerinnen
Im Vorstand des Deutschen Frauenrates ist Frau Dr. Bettina Schleicher für den Equal-Pay-Day zuständig. Sie begleitet das Aktionsbündnis und steht Ihnen unter b.schleicher@frauenrat.de für Fragen gerne zur Verfügung.
Impressionen zum 2. Equal Pay Day in Deutschland